Was kennzeichne ich als WERBUNG? Wie schütze ich mich vor einer Abmahnung

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Was kennzeichne ich als Werbung?

Diese Diskussion über Werbung auf Blogs und wie sie gekennzeichnet werden, nimmt einfach kein Ende! Grund dafür ist, dass die Gesetzeslage einfach noch nicht abschließend geklärt ist. Jeder ist verunsichert und viele betrifft es, da nun teilweise wohl auch gefordert wird, auch wenn es noch nicht ganz geklärt ist, Produkte, die man selbst gekauft hat, als Werbung zu markieren.

“Sponsored” ist abmahnbar!

Zumindest hier ist es schon ganz klar geregelt, dass der Hinweis “Sponsored” wohl nicht ausreichend sei und man dafür abgemahnt werden kann. Wird auf Beiträgen zu einer anderen Webseite mit Werbeinhalten (nehmen wir zum Beispiel Douglas.de) verlinkt, soll der Hinweis “Sponsored” zur Werbekennzeichnung nicht ausreichen. Das müsste also vermutlich auch auf Instagram zutreffen, wenn andere Brand Accounts verlinkt werden. Es sollen übrigens auch bei den folgenden Worten Abmahnungen hageln: Gesponsert oder Sponsored Post.

Auch Produkte müssen als Werbung gekennzeichnet werden!

In meinen Beiträgen sind häufig Pressemuster enthalten, aber ich verspreche einer Firma im Vorfeld nie, dass ich darüber schreiben werde. Die Produkte werden mir kosten-und bedingungslos zugeschickt. Meistens weiß ich vorher davon nichts. Wenn ihr allerdings ein Produkt erhaltet und ihr im Vorfeld versprochen habt, darüber zu schreiben, dann sieht die Kennzeichnung anders aus! Es soll bei der Beurteilung, ob Schleichwerbung vorliegt, nicht darauf ankommen, ob für die Berichterstattung ein Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung seitens des werbenden Unternehmens gezahlt wurde. Dies führt letztlich dazu, dass auch das unentgeltliche Veröffentlichen von Produkttests eine unzulässige Schleichwerbung darstellen kann, sofern dieser vom Unternehmen direkt beauftragt worden ist und der Produkttest auf einem Blog nicht in ausreichender Form als Werbung gekennzeichnet worden ist.

Also doch keine Kennzeichnung als Werbung für selbst gekaufte Produkte?

JAIN! Darüber gibt es wohl momentan noch keine direkten Beschlüsse. Es heißt abwarten, oder doch besser vorbeugen? Denn in meinen Augen “Better safe than sorry!” Auch bei Eigenkauf kann wohl eine Kennzeichnungspflicht bestehen. Wenn der Beitrag einen werblichen Charakter hat (zum Beispiel: “Ich habe dieses Produkt bei DM gekauft und liebe es, ihr müsst euch das unbedingt ansehen!”), dann soll vermutlich auch dieser Beitrag mit Werbung gekennzeichnet werden, da hier eine übermäßig positive Darstellung eines Produktes stattfindet. Es hört sich nicht mehr nach einer sachlichen Bewertung an, sondern nach einer werblichen Anpreisung. Damit ist Schleichwerbung als unlautere Handlung auch beim Eigenkauf möglich, ohne dass es darauf ankommt, Geld dafür bekommen zu haben.

Wie handhabe ich es auf Instagram und dem Blog in Zukunft?

Wenn ich direkt über ein Produkt schreibe, dass man im Bild sehen kann, werde ich direkt an den Anfang “Werbung” schreiben und in Klammern, ob das Produkt selbst gekauft oder mir zugeschickt worden ist. Wenn ich für den Beitrag bezahlt worden bin, gibt es seit wenigen Tagen das “Branded Content” Toll (nur auf Instagram – dazu gleich mehr!). Ihr seht also ganz genau, welche Produkte ich gekauft und welche Produkte mir zugeschickt worden sind. Auch hier möchte ich nochmal erwähnen, dass ihr immer und grundsätzlich meine ehrliche Meinung zu hören bekommt! Ich hatte bisher allerdings auch so gut wie nie eine Anfrage, die die Meinungen vorgibt oder einem vorschreibt, was in den Beiträgen zu stehen hat. Wenn solche Anfragen kommen, werden diese sowieso immer abgelehnt. Die Firmen wollen ja gerade die Authentizität des Bloggers mit bewaren, sonst würden sie einfach Anzeigekampagnen schalten.

Branded Content auf Instagram!

Wenn ihr mit eurem Instagram Account Geld verdient, empfehle ich euch auf jeden Fall den Wechsel in ein Business Profil! Hier könnt ihr eure Statistiken einsehen, die euch viel über eure Leser verraten. Nicht nur die Impressionen eurer Bilder, Likes und Kommentare, sondern auch wann die beste Zeit ist euer Bild zu posten und vieles mehr. Nun gibt es seit einigen Tagen das neue “Branded Content Tool” auf Instagram. Ich selbst habe es bisher noch nicht ausprobiert, weil ich seit Erscheinen keine bezahlte Kooperation hatte, aber man kann nun den Kooperationspartner markieren in Kombination mit dem Branded Content. So sieht jeder sofort, dass man für diesen Beitrag bezahlt wurde und der Kooperationspartner hat Zugriff auf alle Statistiken zu dem Bild. Aber ich denke trotzdem, dass es weiterhin oder zumindest vorübergehend nötig sein wird, dennoch “Werbung” am Anfang des Textes dazu zu schreiben.

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Wieso ich Kooperationen und Pressemuster annehmen?

Zwar sind die Stimmen schon kleiner geworden, aber es gibt immer noch viele, die komplett Abstand nehmen von bezahlten Beiträgen oder Beiträgen, die Pressemuster enthalten. Ich bin da absolut verständnislos dem Gegenüber, denn ist jedem eigentlich bewusst was das bedeutet? Vielen ist nicht bewusst, dass sich hochwertige Inhalte, Bilder, Grafiken und das Bespielen von allen Social Media Kanälen nicht nebenbei erstellen. Wir Blogger müssen recherchieren, uns informieren, sich in Software einarbeiten und diese kaufen, Ausrüstung besorgen und kaufen, Steuerberater beauftragen und vieles mehr (in diesem Beitrag zum Beispiel gekaufte Bilder). Auch weil alles so viel professioneller geworden ist. Und wir können viel mehr Content bieten, mit den Pressemustern, denn wer hat schon so unglaublich viel Geld, dass er sich jede Wochen Unmengen an Kosmetik kaufen kann. Zumal ich persönlich ja weit nicht über alle Produkte schreibe, die ich bekomme. Sondern zeige ich meistens nur die Produkte, die ich auch gerne mag. Einfach Produkte, die ich auch meiner Freundin zeigen würde. Wer also nicht nur “hingespuckte” Beiträge lesen will, sollte auch Abstand davon nehmen, monetäre Beiträge in Frage zu stellen.

Mein Fazit zum Thema Werbung auf Blogs und Instagram!

Ich werde nun nach und nach den ganzen Blog und Instagram überarbeiten und lieber einmal mehr Werbung als zu wenig Werbung am Anfang jeden Satzes schreiben. Ich hoffe natürlich stark, dass viele von euch den Beitrag lesen und jedem nach und nach klar sein wird, dass Werbung bei mir nicht bedeutet, dass ich für jeden Beitrag bezahlt wurde. Auch für mich hat es natürlich einen negativen Beigeschmack, denn “Werbung” hat ihn nun mal. Aber ich brauche keinen Brief vom Anwalt! Sogar Caro Daur und Phiaka kennzeichnen jetzt in ihren Insta Stories, auch wenn (im Falle von Phiaka) die Produkte bei Douglas selbst gekauft worden sind. Natürlich hoffe ich sehr, dass es demnächst ganz klare Regeln dazu geben wird, aber bevor das passiert, lasst uns lieber alle auf Nummer Sicher gehen!

Hier noch ein Artikel, der mir zugespielt wurde. Er soll (ohne Gewähr) alles aktuell korrekt beinhalten. Aber auch hier kann ich nur sagen, es gibt so viele Beiträge im Netz, dass ich nicht sicher bin.

Was sagt ihr zu dem ganzen Durcheinander?

 

Lisa schreibt seit Mai 2011 auf Lovelycatification.de über die Themen Beauty, Lifestyle und Food! Ihre Leser bekommen hier wertvolle Tipps und Tricks zu allen Beautythemen und interessante Informationen zum aktuellen Healthy Food Trend. Alle Beiträge werden mit viel Liebe, Hingabe und Ehrlichkeit geschrieben.

Folge:

4 Kommentare

  1. 3. September 2017 / 10:35

    Ach das ist so schade… ich betreibe meinen Blog als Hobby. Und das sehr gerne. Und ich freue mich jedes Mal wenn ich ein PR Sample zugeschickt bekomme, denn man kann sich ja gar nicht alles selbst kaufen. Ich verstehe, das man diese Dinge als PRSample kennzeichnen muss – aber meine eigene Meinung ist manchmal nicht wirklich Werbung… und genau das denken sich jetzt einige Leser. Ich finde das sehr irritierend und irgendwie wertet es meinen Blog ab – vorher war er “nicht kommerziell” und 100% Werbefrei, und nun muss ich Werbung reinschreiben, auch wenn der Inhalt der gleiche ist… grrr.
    Viele liebe Grüße,
    Liz MiniMe

    • lovelycatification
      Autor
      3. September 2017 / 11:11

      Ich verstehe sich sehr gut! Mir gehts auch so. Das wertet wirklich etwas ab. So schade

  2. Kirschvogel
    1. September 2017 / 13:27

    Hallo!

    Ich wurde von Jen von KIRSCHBLÜTENSCHNEE auf diesen ausführlichen Artikel von Rechtsanwalt Dr. Schwenke aufmerksam gemacht, der sich mit den Risiken der Schleichwerbung in Sozialen Netzwerken (Fokus auf Instagram und Facebook) auseinandersetzt. Er beleuchtet die Problematik aus vielen unterschiedlichen Gesichtspunkten, aus Sicht der Landesmedienanstalt, der Gerichte, seiner eigenen Einschätzung als Anwalt… ich fand den Artikel sehr gut strukturiert und verständlich. Falls man sich bezüglich der Kennzeichnung unsicher sein sollte, ist das eine gute Lektüre zum Einstieg.

    LG

    • lovelycatification
      Autor
      1. September 2017 / 13:33

      Er wurde eben schon in den Artikel eingefügt. Danke

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