[LIFE] Home Office mit Kindern in der Corona-Quarantäne

Wer im Home Office mit Kindern in der Corona-Quarantäne arbeiten muss, braucht eine gewisse Standfestigkeit. Corona hat viele (die meisten? Alle?) hart und unerwartet getroffen. Die einen müssen in Kurzarbeit, bangen um ihren Job, die anderen müssen noch mehr arbeiten, die anderen arbeiten während sie sowohl kleine Kinder haben, die beschäftigt werden wollen und große Kinder die Hilfe beim Homeshooling brauchen. Die Liste und Auswirkungen wegen Corona ist lang und extrem individuell. In unserem Fall arbeite ich sowohl im Home-Office (und das schon einige Jahre), habe eine kleine Babymaus und ein Schulkind, welches die Aufgaben noch nicht selbstständig erledigen kann (oder will?) und eine helfende Hand und mehr oder weniger auch Unterricht benötigt.

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Vergiss die Perfektion

Perfektion war gestern! Und das sage ich dir als absolut perfektionistischer Mensch. Nicht nur das: Wenn ich etwas will, dann am liebsten gestern und dafür arbeite ich gerne auch unermüdlich. Im Home Office mit Kindern in der Corona Quarantäne ist Perfektion nicht möglich. Natürlich wäre es ganz wunderbar, wenn man morgens aufsteht, einen gewissen Plan hat und man Punkte eine nach dem anderen abhaken kann. Aber die Empfehlung einen Plan für den Tag zu schreiben bringt uns doch erst dazu völlig gestresst zu sein oder? Zumindest geht es mir so. Besser: Prioritäten setzen und frühzeitig beginnen. Ausreichend Pufferzeiten einbauen. Es ist unvorhersehbar ob unsere kleine abends einschläft und erst am nächsten morgen wieder aufwacht oder schon am Abend alle 30 Minuten eine weitere Einschlafbegleitung braucht. Also plane deine Arbeitszeit nicht, sondern Arbeite, wenn es die Zeit zulässt.

Home Office mit Kindern
Photo by Jan Baborák on Unsplash

Sei flexibel

Kommen wir auch schon zum nächsten Punkt, der auch dazu gehört. Sei flexibel. Mathe ist heute wieder ein Problem, weil eine bestimmte Aufgabenstellung auftaucht, die letzte Woche schon Probleme bereitet hat? Bedeutet also das es wieder etwas mehr Zeit benötigt beim Homeshooling. Kein Problem, denn du hast dir ja bereits ausreichend Pufferzeiten eingebaut. Die kleine Babymaus schläft doch mal länger als normalerweise? Perfekt! Erledige das was unbedingt noch weggearbeitet werden muss, auch wenn es erst für den nächsten Tag angedacht war. Und ja es ist okay, wenn dein Schulkind nach den Aufgaben TV schaut, damit du eine Stunde lang ungestört arbeiten kannst. Wir schauen hier nicht so viel Fernsehen, aber es gibt immer mal wieder Phasen, da ist es dann vielleicht doch schon mal etwas mehr. Für uns persönlich ist das ok, weil ich merke, dass wenn sie es darf, es sowieso nicht mehr so interessant ist. Im Übrigen glaube ich das Kinder häufig mehr TV schauen als Eltern es zugeben.

Ernähre dich gesund!

Vor allem in der Corona-Zeit lege ich dir absolut ans Herz eure Ernährung zu überprüfen und vielleicht an dem ein oder anderen Rädchen zu drehen. Wieso? Weil du so direkt viel leistungsfähiger wirst! Kleine Veränderungen im Alltag können großes Bewirken. Es muss nicht immer groß gekocht werden. Eine Packung Tiefkühl-Gemüse mit Vollkornnudeln und einer Tomatensoße aus dem Glas ist auch ok. Versuche eure Gemüsemenge einfach etwas zu erhöhen, den Kaffeekonsum zu reduzieren und dafür mehr stilles Wasser zu trinken. Der Unterschied ist enorm, wenn du erstmal ein paar Tage durchgehalten hast. Der Mensch braucht ungefähr zwei Wochen um sich an eine neue Gewohnheit zu „gewöhnen“.

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Eine Auszeit für alle

Vergiss auf keinen Fall kleine Auszeiten. Es müssen nicht immer 2 Stunden sein. Häufig genügt es auch zwischendurch 5 Minuten frische Luft zu atmen. Aufzustehen, anzuziehen und kurz das Haus verlassen oder die Fenster einmal komplett öffnen und mehrmals tief atmen. Letzteres ist auch für Kinder unfassbar wichtig und lässt sich in so jungen Jahren viel einfacher etablieren als später bei einem Erwachsenen. Eine kurze gemeinsame Atemstunde kann Wunder bewirken in Sachen Konzentration, aber auch in Sachen Motivation. Wir machen einmal am Tag einen Spaziergang, bei Wind und Wetter. Ich merke es an mir, aber auch an den Kindern wie wichtig diese Stunde Auszeit ist. Im besten Fall lege ich den Spaziergang so, dass die Babymaus nicht einschläft und später noch ein Nickerchen macht. Wenn nicht, sind wir wieder beim Thema „flexibel sein“.

Vertraue in dich und deine Fähigkeiten

Du kannst das! Du packst das! YOLO – You only live once! Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Gerade in der heutigen Zeit wird jeder Verständnis haben, wenn es mal nicht so läuft. Jeder hat mal einen schlechten Tag, wir Erwachsene genau wie unsere Kinder. Du weißt was du kannst, sonst wärst du nicht da wo du gerade bist. Du bist einzigartig und deine Kinder auch. Hab Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten. Home Office mit Kindern in der Corona-Quarantäne ist eine absolute Ausnahmesituation. Das Wichtigste ist immer noch: Bleib gelassen! Setzt du dich zu sehr unter Druck und wirst gestresst, überträgt sich diese Anspannung auf die Kinder und ihr gelangt in eine Spirale, aus der man meistens nicht mehr so schnell herauskommt. Habe Verständnis für dich, die Situation, für andere und deine Kinder.

Pufferzeiten einbauen

Du hast ein neues Projekt? Super! Du darfst dich freuen, denn du wirst ab sofort Pufferzeiten einbauen und zwar gerne großzügig und dich am Ende freuen, wenn du früher fertig geworden bist als geplant. Ich werde so häufig gefragt wie ich es schaffe zu arbeiten, zu lernen, gesund zu essen und dann auch noch die Kinder zu hüten, Sport zu machen und alles was eben so anfällt. Ganz einfach: Ich baue super viele Pufferzeiten ein. Ich plane viel mehr Zeit ein für Dinge und gehe mit Unterbrechungen total locker um. Solange man eine gewisse Aufmerksamkeit und Achtsamkeit im Alltag entwickelt für alles was um einen herum passiert, wird es einfacher. Ich schätze beinahe jede Unterbrechung, weil sie mich in gewissem Maße auch wieder ins Hier und Jetzt zurück holt, wenn ich versunken in Arbeit oder im Lernen bin. Der Spruch „Unser Alltag ist ihre Kindheit“ kommt mir da immer wieder in den Kopf. Sie sind nur eine ganz kurze Zeit so klein, und diese Zeit ist wertvoll.

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Mache das was für EUCH funktioniert

Der wohl wichtigste Tipp: Macht das was für EUCH im Home Office mit Kindern in der Corona Quarantäne funktioniert und schaut nicht zu sehr nach links und rechts. Ich kann zum Beispiel überhaupt nichts mit Listen anfangen, aber jeder erzählt dir, dass du Listen anfertigen musst. Pläne machen um sie dann abzuhaken sollst. Wie oft habe ich das früher probiert und am Ende immer wieder Dinge nicht abhaken können. Und dann? Habe ich mich natürlich schlecht gefühlt und mich deshalb total unter Druck gesetzt. Jeder ist individuell und was für den einen funktioniert, ist für den anderen eine komplette Katastrophe.

Die Chance erkennen

Ich muss ehrlich sein. Als wieder klar war, dass wir in eine weitere Corona-Quarantäne rasen und es vielleicht nach den baldigen Lockerungen wieder in eine 3. Quarantäne gehen könnte, waren und sind meine Gedanken auch, dass ich echt langsam genervt bin und keine Lust mehr habe. Die erste war für uns nämlich überhaupt nicht so schlimm, denn ich war total in meiner Babyblase und wir konnten uns hier als Familie einfach total gut kennenlernen und die erste Zeit genießen. Mittlerweile ist es natürlich schon traurig. Die große kann ihre Freundinnen nicht sehen, es fehlen die sozialen Kontakt und die kleine weint sobald sie einen fremden Menschen sieht, denn sie kennt ja kaum wen anders. Aber ich sehe es auch als Chance, sowohl persönlich als auch in der Gemeinschaft. Wir wachsen an unseren Aufgaben. So war und wird es immer sein. Wir können dankbar für unsere Familie sein, den Zusammenhalt und die Liebe.

Arbeitest du im Home Office? Wie geht es dir aktuell?

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