[Gesundheit] Freie Radikale – Wie gefährlich sind sie wirklich?

Seit Jahren hören wir immer wieder über freie Radikale und auch die Werbeindustrie nennt diesen Begriff immer wieder und wirbt damit, dass ihre Produkte freie Radikale unschädlich machen oder es wird gesagt, dass wir vermehrt Antioxidantien brauchen um die freien Radikale in unserem Körper zu bekämpfen. Aber was sind freie Radikale überhaupt und wie gefährlich sind sie wirklich?

Was sind freie Radikale?

Freie Radikale sind einfach erklärt unvollständige Moleküle. Es fehlt ihnen ein Elektron, was sie sehr instabil macht. Im Körper sind sie auf der Suche nach einem passenden Elektron, damit sie wieder vollständig werden. Dem nächstmöglichen intakten Molekül wird ein Elektron entrissen, so entsteht ein weiteres freies Radikale – ein Teufelskreis beginnt. Diesen Elektronen-Diebstahl nennt man auch Oxidation. Wenn es viele freie Radikale im Körper gibt, sprechen wir von oxidativen Stress.

Welche Auswirkungen haben freie Radikale auf den Körper?

Je nachdem wie viele freie Radikale ihr Unwesen im Körper treiben, bedeutet es für uns vermehrt oxidativer Stress, was zu sehr vielfältigen Beschwerden führen kann. Wir sprechen hier über eingeschränkte Zellfunktionen und sogar vom Zelltod, wenn freie Radikale sich der Zellmembranen oder der Mitochondrien, die Kraftwerke unserer Zellen, bedienen, da die Energiezufuhr somit unterbunden wird. Um ein paar wenige Beispiele zu nennen:

Freie Radikale greifen die Zellen

  • der Augengefäße an, was zu Sehstörungen bis hin zu diversen Augenkrankheiten führen kann
  • der Blutgefäßwände an, was zu Venenschwäche, Krampfadern, Bluthochdruck bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen führen kann
  • der Gehirngefäße an, was zu einem Schlaganfall führen kann
  • der Gehirnnerven an, was zu Konzentrationsschwäche bis hin zu Demenz führen kann

Des Weiteren sprechen wir auch ganz konkret von DNA-Schäden mit der Folge unkontrollierter Zellteilung (Krebsgeschehen). Aber auch an der Zerstörung der Rezeptoren an der Zelloberfläche ist hoher oxidativer Stress beteiligt. Die Zellrezeptoren können nicht mehr eindeutig von brauchbaren Substanzen wie Hormonen und toxischen Substanzen unterscheiden und lassen beides oder nur die Toxine in die Zelle. Freie Radikale haben im Übermaß die Fähigkeit Enzyme zu inaktivieren. Wir benötigen unzählig verschiedene Enzyme für viele Stoffwechselgeschehen im Körper.

Freie Radikale - Wie gefährlich sind sie wirklich?

Führen alle freie Radikale zu schwerwiegenden Folgen?

Nein, es kommt immer auf die Menge an. Die Dosis macht das Gift. Abschirmen können wir uns nicht vollständig, denn sogar unser Körper stellt bei Immunreaktionen und auch bei der Zellatmung freie Radikale her. Je mehr Energie wir benötigen, desto mehr freie Radikale entstehen. Das passiert nicht nur in Stresssituationen, sondern auch beim Sport und auch bei einer Krankheit. Dennoch soll dies unter keinen Umständen eine Ausrede gegen den Sport sein. Freie Radikale können überdies auch nicht nur gesunde Körperstrukturen angreifen, sondern auch Krankheitserreger. Sie sind also durchaus auch nützlich.

Wie entstehen freie Radikale, wenn sie nicht unser Körper selbst produziert?

So angenehm unsere moderne Welt auch ist, es gibt eben immer zwei Seiten der Medaille. Die Faktoren für eine unkontrolliert hohe Anzahl der freien Radikale im Organismus finden wir in unserer heutigen Umwelt und deren Lebensbedingungen. Wir sind mittlerweile unter täglichem Beschuss.

  • Luftverschmutzung durch Industrie und Verkehr, aber auch durch unseren Haushalt. Die Verwendung falscher Pflegeprodukte, Putzmitteln, die wieder in unser Abwasser gelangen und schließlich wieder in unseren Körper
  • Chemikalien und Lösungsmittel aller Art
  • Industriell verarbeitete Fette (Transfette) und Zucker
  • Konservierungsmittel, Farbstoffe und Aromen
  • Herbizide, Fungizide und Pestizide durch den Anbau von konventionellem Obst, Gemüse, Getreide
  • Elektro- und radioaktive Strahlung
  • Sehr langes aufhalten in der starken Mittagssonne ohne Schutz
  • Körperpflege aus synthetischen Rohstoffen
  • Alkohol, Drogen und Medikamente aller Art

Wie kann ich mich vor freien Radikalen schützen?

Wieder einmal mehr wird klar, dass wir viel oxidativem Stress ausgesetzt sind. Zusätzlich ist jeder Mensch individuell und hat unterschiedliche Stresstoleranzen. Der oxidative Stress sollte nicht unterschätzt werden und das Bewusstsein, dass wir uns mehr denn je um uns selbst kümmern sollten, muss weiter wachsen. Wir müssen in unsere Gesundheit investieren. Wir benötigen Antioxidantien. Antioxidantien sind Moleküle, die kein Problem haben ein Elektron abzugeben, ohne selbst zu einem freien Radikale zu werden. Somit unterbrechen Antioxidantien den Teufelskreis.

Freie Radikale - Wie gefährlich sind sie wirklich?

Vitamin C – ein starkes Antioxidant im Kampf gegen freie Radikale

Wir benötigen Vitamin C! Vielleicht kennt der ein oder andere dieses Phänomen: Man schneidet einen Apfel an und er wird sehr schnell braun und auch ein bisschen weicher. Dieser Prozess nennt sich Oxidation durch Sauerstoff (freies Radikal). Wenn man nun den Apfel aber mit Zitronensaft beträufelt, bleibt er eine gewisse Zeit frisch. Vitamin C ist also ein sehr bekanntes Antioxidant. Bei schätzungsweise im Durchschnitt 10.000 Angriffen durch freie Radikale pro Tag, benötigen wir also auch eine große Menge an Antioxidantien. Die durchschnittliche moderne Ernährung aber ist alles andere als reich an Antioxidantien und somit sind die Zellen Angriffen wehrlos ausgesetzt.

Welche Antioxidantien gibt es und wo finde ich sie?

Die Antwort wird euch sicher nicht verwundern. Wir finden Antioxidantien in Vitaminen, Spurenelementen, bei den Enzymen und auch den sekundären Pflanzenstoffen. Diese sind natürlich überwiegend vertreten in Gemüse, Salate, Kräuter, Früchte, Keimlinge, Wildpflanzen wie Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere, aber auch in Ölsaaten, Nüssen und naturbelassenen Ölen und Fette in guter Bio-Qualität. Ganz konkret in: Beeren, kernreiche Trauben, Zitrusfrüchte, Granatapfel, Acerolakirsche, Tropenfrüchte, diverse Kohlarten, grünes Blattgemüse, Gurke, Paprika, Tomaten, Gerstengras, Mikroalgen wie Spirulina, Maca, Süßholz, Ingwer, Kurkuma, Zistrosentee (zum Beispiel hier)

Was sind die besten Antioxidantien?

  • Vitamin C – in vielen Früchten, Gemüsearten und Kräutern
  • Vitamin E – in Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Nüssen und Ölsaaten
  • Spurenelemente wie Selen, Eisen, Zink
  • OPC (Oligomere Proanthocyanidine) aus Traubenkernen oder der Haut/Schale von Früchten. Es sind spezielle sekundäre Pflanzenstoffe. OPC hat knapp 50 mal mehr Antioxidantien als Vitamin E und 20 mal mehr als Vitamin C. Des Weiteren wirken OPC und Vitamine synergetisch. Sie unterstützen sich in deren Wirksamkeit. Gibt es zum Beispiel hier.
  • Glutathion – ein Tripeptid welchen (wie der Name schon sagt) aus drei Aminosäuren besteht. Es gilt als eines der stärksten Antioxidantien. Es wird auch vom Körper selbst hergestellt und ist daher auch ein sehr wichtiges Antioxidant. Gibt es zum Beispiel auch hier.
  • Das Sulfid Allicin, welches ihr in Knoblauch, Lauch und Zwiebeln findet und ist bekannt für seine gefäßschützende Wirkung
  • Caotinoide wie Betacarotin, Lutein, Zeaxanthin, Lycopin, Astaxanthin. Man findet sie in roten oder orangenen Gemüse und Obstsorten
  • diverse andere sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane (z.B. in dunklen Waldheidelbeeren), Flavone, Flavonole, Phenolsäuren, Phytinsäuren, Phytoöstrogene, Sulforaphan
  • Enzym SOD – Superoxiddismutase, welches zum Kern der körpereigenen Abwehr und des Entgiftungssystem gehört.
Freie Radikale - Wie gefährlich sind sie wirklich?

Wie ernähre ich mich antioxidantreich?

Sehr wichtig im Kampf gegen die freien Radikale ist, sich so zu ernähren, dass man seinem Körper Antioxidantien zur Verfügung stellt. Hier gibt es ein bisschen was zu beachten. Esst die Lebensmittel in ihrer natürlichen Form und vor Allem nicht in Form von Einzelpräparaten. Wenn ihr zu Nahrungsergänzungen greifen möchtet, dann immer nur hochwertige und ganzheitliche Nahrungsergänzungsmittel, wie ich es euch in diesem Beitrag schon erklärt habe. Kombiniert nicht mit Milch. Bestimmte Aminosäuren in der Milch hindern insbesondere Flavonoide daran, ihre Aufgabe als Antioxidant ordentlich auszuführen. Also keine Früchte mit Joghurt, keine Milchshakes, keine Salate mit Joghurtdressing und auch keine Tees mit Milch oder mit Käse überbackenes Gemüse. Probiert es stattdessen gerne mal mit Mandelmuß statt Käse, sofern du von den schützenden Wirkungen der Antioxidantien profitieren möchtest. Sehr wichtig ist natürlich auch, dass die Lebensmittel frisch und im besten Fall regional und selbstredend in Bio-Qualität zur Verfügung stehen. Außerdem solltet ihr euer Obst und Gemüse nur wenn notwendig schälen.

Dieser Beitrag dient lediglich der Information und entspricht keiner Beratung.

Sagt ihr den freien Radikalen nun den Kampf an?

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